Anreise Teil 2: 21 Stunden Fährfahrt auf der keltischen See

17.01, 03:35 p.m. (UTC+1)

Nachdem wir die Autofahrt überstanden und größere Komplikationen vermieden haben gings nun Richtung Fähre. Der Beschilderung „Irish Ferries“ innerhalb von Cherbourg folgend, trafen wir auf zwei wartende Autoschlangen.  Brav reihten wir uns in der linken Schlange hinter einem französischen Renault Twingo ein. Laut Fährticket sollten wir bis spätestens 16:00 vor Ort sein, sonst könne man nicht mehr mitfahren.

Die Praxis sah anders aus. Vor 16:20 bewegte sich erstmal nichts. Danach gings Stück für Stück voran und mit weiterem Vorrücken wurde auch klar, warum wir uns im Schneckentempo bewegten. Die beiden Schlangen wurden ganz vorne auf eine einzige Spur verengt.  Spannend war in diesem Moment sich die verschiedenen Interpretationen des Reißverschlusssystems diverser Nationen anzusehen.

Um einen Totalschaden zu vermeiden entschieden wir uns für eine defensive Herangehensweise. Diese kostete uns zwar im ersten Moment zwei Plätze, die wir aber bei der anschließenden Passkontrolle wieder aufholen konnten. Nachdem Ticket und Pässe abgenickt wurden, durften wir schließlich rauf auf die Fähre. Parken, Handbremse anziehen und das nötige Gepäck mitnehmen. Jetzt erstmal einchecken.

17.01, 04:55 p.m. (UTC+1)

An der Rezeption tauschten wir völlig unkompliziert Auto- gegen Kabinenschlüssel und machten uns direkt auf den Weg die Rucksäcke auf die Kabine zu bringen.

Fährenkabine

Nun aber wieder ab aufs Deck, damit wir das Ablegen nicht verpassen. Oben angekommen wurde erstmal der Kontakt zum freien Board-WLAN hergestellt und dann war auch schon Selfietime.

Flo&Tobi auf der Fähre

17.01, 05:07 p.m. (UTC+1)

Nun ist es soweit. Alle PKWs und LKWs sind an Board und es geht los. Die schwarzen Abgaswolken über dem Schornstein verdichten sich und wir legen ab. Der Hafen hinter uns wird immer kleiner.

Fährenabfahrt in Cherbourg

17.01, 05:35 p.m. (UTC+1)

Wir verziehen uns nach einem kurzen Bordrundgang in unsere Kabine, essen als Abendbrot den super leckeren Schokokuchen von Tobis Mum Mutti und legen uns anschließend ziemlich müde schlafen.

17.01, 10:05 p.m. (UTC+1)

Kaum 3 Stunden Schlaf schon war ich wieder wach. Warum? Die Gäste der Nachbarskabine sind lautstark eingezogen. Und bei einer Wandstärke von gefühlten 7 Millimetern bekommt man das doch ganz gut mit. Tobi scheint das nicht groß interessiert zu haben…

Mittlerweile wogte sich das Schiff auch nicht mehr sanft in den Wellen, sondern musste anscheinend etwas stärkerem Seegang trotzen. Da unsere Kabine sich zudem im vorderen Schiffsteil befand, bekamen wir den Seegang umso mehr mit. Das wollte ich mir ansehen. Also anziehen und raus aufs offene Deck. Oben angekommen erwartete mich ein ziemlicher Wind gepaart mit ordentlich Wellengang. Der aktuelle Standpunkt des Schiffs erklärte auch warum.

Screenshot Fähre

Ein Matrose der mir auf Deck begegnete warf mir einen etwas verwunderten Blick zu, nach dem Motto, was ich denn hier bei diesem Wetter bitte mache. Nachdem ich genug vom Salzwasser im Gesicht hatte, verzog ich mich wieder in unsere Kabine und schlief weiter.

18.01, 09:52 a.m. (UTC+0?)

Nach viermaligen Ignorieren des Weckers entschlossen wir uns doch irgendwann aufzustehen. Also Licht an und Blick auf die Uhr. 10:52. Irgendwas stimmt hier nicht. „Tobi, wann legt nochmal die Fähre an?“ „Um elf“. Es folgten zwei Minuten des schnellen Erwachens und wachsender Panik, bis wir bemerkten, dass die Uhren ja noch UTC+1 zeigten, während wir uns aber bereits in UTC+0 befanden. Also hatten wir zum Glück doch noch eine gute Stunde Zeit uns fertig zu machen.

18.01, 10:55 a.m. (UTC+0)

Pünktlich zur Hafeneinfahrt in Dublin waren wir geduscht und hatten die Kabinenschlüssel wieder gegen die Autoschlüssel getauscht.

Fährenankunft in Dublin

Nachdem der Kapitän das Schiff sicher an den Kai manövriert hatte, konnten wir zu den Autos und nach einem kurzen Ladungscheck die Reise fortsetzen. Also folgten wir der Autoschlange vom Schiff aufs Festland und zurück zu normalen Straßen. Naja fast zumindest. Tobis kurzer und mit leicht beunruhigter Stimme gesprochener Kommentar („Flo? Linksverkehr!“) brachte uns schließlich auf die „richtige“ Straßenseite. Ab hier verlief die Fahrt problemlos. Da wir ausschließlich auf der Autobahn fuhren, war der Linksverkehr dann doch recht leicht umzusetzen.

18.01, 12:20 p.m. (UTC+0)

Die Kilometer flogen dahin und so erreichten wir schon bald die Grenze zu Nordirland. Sichtbar gemacht durch ein kleines Schild und einer neuen Namensgebung des Motorways. Kurz darauf folgte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60. Sehr komisch. Bisher waren immer bis zu 110 erlaubt und die Straßenbedingungen haben sich nicht großartig verändert. Nach viel zu langer Zeit und nach dutzenden, uns rechts mit relativ viel Geschwindigkeit überholenden, Autos kamen wir auf den Gedanken, dass sich in Nordirland ja nicht nur die Währung und die Zeitzone, sondern auch die Längenmaßeinheiten geändert haben könnten. Tatsache. Eine schnelle Kopfrechnung der 60 mal den Faktor 1,6 brachte zu Tage, dass wir wohl doch ein wenig schneller hätten unterwegs sein dürfen. Naja, Sprit zu sparen hat ja auch was!

18.01, 01:30 p.m. (UTC+0)

Finally, we arrived!!

Campus Jordanstown UU

 

 

Autor: florian

information technologie student. sports.

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