Nicht vom Fleisch fallen.

Zwischen zwei Mal schlafen, vor und nach einmal Vorlesung und zwischen zwei Mal Laufen haben wir hier so ein Problem mit der Nahrungsaufnahme.

Nordirland ist das Schlaraffenland für Gourmets. Zumindest wenn die Gourmets auf Fast Food stehen: Die finden hier zum billigen Preis Nahrung  & Soft Drinks für verhältnismäßig kein Geld.  Bei KFC zum Beispiel fünf Teile (wahlweise Pommes, Soft Drink, Hühnchenteile, Cole Slaw, etc.) für 3 £. Das sind irgendwas gegen die 3.87024992 €. Viel tragischer aber, dass man für das Geld nicht einmal ein schlecht gezapftes Glas Guiness bekommt. Auf Dauer sollte man das nicht essen (gerade wenn man sich vorstellt, dass von einem lebenden Hühnchen ja gerade einmal zwei tote Chicken Wings zu holen sind).

Wenn also Fast Food, dann zumindest so wie hier bei Made In Belfast (Maps Link):

Beef Brisket, Meerettich-Creme und Suppe des Tages
Beef Brisket, Meerettich-Creme und Suppe des Tages.
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Cole Slaw, Pulled Pork im Burger, mit Kartoffelbeilage nach französischer Art

lieber selber machen

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Der Kühlschrank. So sortiert, dass die Fertiggerichte nicht zu sehen sind.

Weil wir aber nicht jeden Tag in das Hipster-Szene-Lokal nach Belfast kommen müssen wir das am Campus selbst regeln. Selbermachen ist auf den ersten Blick natürlich auch die vollkommen richtige Idee: gesund, frisch, kreativ und kontrollierte Qualität.

Gesund und Frisch bekommen wir bis auf Ausnahmen auch hin. Eine Ausnahme war da zum Beispiel der Burger, den wir in der ersten Woche gemacht haben. Zwei Mal. 🙂

Zwar ohne frisch gebackene(s) Brötchen/Semmel, dafür aber mit Käse und Tabasco.
Zwar ohne frisch gebackene(s) Brötchen/Semmel, dafür aber mit Käse und Tabasco.

Schwieriger sind dann aber schon die anderen Argumente für unsere gute Idee: kontrollierte Qualität ist eh nur so ein Marketing-Bashword und kreativ ist dann relativ häufig „Nudeln mit Sauce und Hähnchenbrust“. Ab und zu aber auch Salat. Oder Kaiserschmarren, Pizza, Kartoffelgratin (bei dem es nur an Sahne und Käse gefehlt hat) und Pfannkuchen.

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Ein Alibisalat. Zubereitungsempfehlung: Vor dem Verzehr durch Fleisch ersetzen

zwei Pfund Kekse pro Woche

Was wir sonst noch essen? Zwei Pfund Kekse und Süßzeug pro Woche und Person. Nicht jetzt aber Pfund so wie halbes Kilogramm (2 * 0.5 kg = vertretbare Menge an Schokolade), sondern 2 £.

Das ist so ein kleines Ritual zur Selbstkasteiung. Jeder von uns darf beim wöchentlichen Großeinkauf im Tesco des Vertrauens zwei Pound für Süßzeug ausgeben, mit den Spielregeln, dass sich das Schokoladen-Guthaben wöchentlich um zwei Pfund aufstockt. Verzichtet man also eine Woche (haha..), hätte man (theoretisch) die Möglichkeit in der nächsten Woche das doppelte auszugeben. Hat ein bisschen was von Taschengeld und sorgt dafür, dass wir vor dem Keksregal wie kleine Kinder auf und ab laufen und überlegen und vergleichen, was wir denn mit dem Geld anfangen wollen. Der Profi greift hier übrigens zu den Schokokeksen der Tesco-Eigenmarke 😉

Das ganze machen wir nicht weil wir uns das Schokozeug zu teuer ist, sondern weil wir es können. Und es hat den super Nebeneffekt, dass man sich beim Kochen gleich noch viel mehr anstrengt.

Unsere Küche ist nach großzügigen Spenden aus Köln jetzt übrigens so gut eingerichtet, dass wir nicht nur ein pinkes Brotmesser haben, sondern sogar Plätzchenausstecher!

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Für Obst, Gemüse, Fleisch & Käse ein wenig mehr zu bezahlen ist nicht wirklich tragisch, steht man erst vor dem Regal mit den Brotaufstrichen. Die haushaltsübliche Packung (größte verfügbare, ca. 750 Gramm, hält etwa drei Wochen) Nutella kostet hier 4 £. Für die zuckrige, ungesunde und aus unfair getradetem Palmöl hergestellte Nuss-Nougat-Creme zahlen wir 1.3 Glas Guiness. Das sind immerhin 5.16 € oder noch schlimmer 10.32 Mark (das sind 20.64 Ostmark, 80,82 Ostmark aufm Schwarzmarkt – davon konnte man sich damals .. ).

Wir wissen, dass es unsinnig ist, nach Deutschland zu fliegen um Nutella zu importieren..

.. aber falls … zufällig … ein Teil unserer Leserschaft vorhat in den nächsten Wochen nach Belfast zu kommen… 🙂

Autor: Tobias

Tobias Fehrer, studiert Wirtschaftsinformatik in Augsburg. Hat davoniren.de für sein Auslandssemester in Nordirland 2016 ins Leben gerufen

5 Gedanken zu „Nicht vom Fleisch fallen.“

  1. Ja, da seid ihr ja auf jeden Fall auf dem besten Weg Gourmets zu werden!
    Wie wär´s auch mal mit gekochten Kartoffeln mit Quark (angerührt mit Schnittlauch und was ihr an Kräutern so habt und einem Schuß Sahne oder Frischkäse, Salz und Pfeffer) oder Fisch aus der Dose oder frisch kurz angebraten, was auch schnell geht und gut schmeckt, ist klein geschnittenes Gemüse (Zuccini, Karotten, Kartoffeln, Kohlrabi, Fenchel, Chinakohl ect.) in der Pfanne machen und dann zu Nudeln oder mit Pute, aber ihr seid ja eh´ sehr kreativ!

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